Gesetzliche Krankenkassen haben durch riskante Immobilieninvestments massive Verluste erlitten. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen, die NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung ausgewertet haben. Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) beziffert den möglichen Schaden allein bei den 58 bundesweit agierenden Kassen auf 1,1 Milliarden Euro.

Bis Ende 2025 nahmen betroffene Kassen bereits Wertberichtigungen von rund 400 Millionen Euro vor – also Abschreibungen auf Anlagen, die ihren Wert verloren haben. Weitere Anlagewerte von über 700 Millionen Euro schlummern noch in den Bilanzen. Zwölf Kassen investierten rund 900 Millionen Euro in Schuldscheindarlehen, elf weitere 200 Millionen Euro in Inhaberschuldverschreibungen; alle gelten als „leistungsgestört", können also zum Totalverlust führen. Für 2026 haben einige Kassen weitere Abschreibungen angekündigt.

Der tatsächliche Schaden könnte noch größer sein: Das BAS beaufsichtigt nur bundesweit tätige Kassen. Für regional agierende Kassen und die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen liegen keine vergleichbaren Daten vor. Behörden auf Bundes- und Landesebene untersuchen derzeit, wie es zu den Fehlinvestments kommen konnte.