Der Iran-Krieg lässt Energie in Deutschland massiv teurer werden und zwingt die Europäische Zentralbank zur zweiten Leitzinserhöhung in diesem Jahr – auf nun 2,5 Prozent.

Die blockierte Straße von Hormus, eine strategisch wichtige Meerenge am Persischen Golf, unterbricht Öl- und Gaslieferungen aus der Region und treibt die Rohstoffpreise in die Höhe. In Deutschland stiegen die Energiepreise im August 2026 um 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der stärkste Anstieg seit über drei Jahren.

Besonders hart trifft es Autofahrer und Heizölkunden: Kraftstoffe verteuerten sich um 27,7 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 49,6 Prozent im Jahresvergleich. Strom, Erdgas und Fernwärme wurden dagegen günstiger.

Die Gesamtinflation in Deutschland lag im August bei 2,9 Prozent – nach 2,8 Prozent im Juli und 2,3 Prozent im Juni. Im Euroraum betrug die Teuerungsrate 3,3 Prozent und damit den höchsten Wert seit September 2023.

Der EZB-Rat hob daraufhin den Einlagenzins – den Referenzzins für Banken und Sparer – von 2,25 auf 2,5 Prozent an. Höhere Zinsen sollen die Nachfrage bremsen und so den Preisauftrieb dämpfen. Die EZB warnt jedoch, die Inflation werde noch längere Zeit über dem Zielwert von 2,0 Prozent bleiben.

Energieexperten erwarten vor der Heizsaison eine starke Nachfragewelle bei Heizöl und raten Verbrauchern, nicht auf sinkende Preise zu spekulieren.