Drei kleinere Krankenkassen haben zusammen rund 100 Millionen Euro mit dem Veriusfonds verloren. Das zeigen gemeinsame Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Konkret: Die Bahn BKK und die Viactiv-Krankenkasse verloren jeweils 40 Millionen Euro, die Siemens BKK 20 Millionen Euro. Keine der drei Kassen äußert sich öffentlich dazu.

Der Skandal geht über einzelne Kassen hinaus. Dutzende Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KV) – Körperschaften, die niedergelassene Ärzte organisieren – investierten zwischen 2016 und 2022 in hochriskante Immobilienprojekte, die später ausfielen. Die KV Berlin steckte allein 15 Millionen Euro in den Veriusfonds. Ein internes Gutachten der Wirtschaftsprüfer Forvis Mazars, das bislang als Verschlusssache galt, prüfte von Oktober 2024 bis März 2025 sechs Geldanlagen der KV Berlin im Gesamtwert von 42 Millionen Euro. Ergebnis: Bei fünf davon bestehen Zweifel, ob die Investments mit der eigenen Anlagerichtlinie vereinbar waren – das betrifft 36 Millionen Euro. Gesetzliche Verstöße stellten die Prüfer dabei nicht fest.

Rücktritte gab es bislang in keinem einzigen bekannten Fall.