Mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KV) haben Beitragsgelder in riskante Immobilienfonds investiert und dabei mindestens 170 Millionen Euro verloren. Das berichten NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung. Die tatsächliche Schadenssumme könnte noch deutlich höher liegen.
Zu den betroffenen Kassen gehören unter anderem die KKH, die AOK Bremen, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse. Hinzu kommen KVen – also Körperschaften, die Honorare an niedergelassene Ärzte auszahlen – aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe. Die KV Baden-Württemberg allein investierte zwischen 2019 und 2022 rund 50 Millionen Euro in die sogenannten Verius-Immobilienfonds; laut Klageschrift sind 96,3 Prozent davon verloren. Die Fonds versprachen trotz Niedrigzinsphase bis zu sieben Prozent Rendite jährlich.
Das Problem: Das Sozialgesetzbuch IV schreibt vor, dass Beitragsgelder so angelegt werden müssen, dass ein Verlust ausgeschlossen erscheint. Die betroffenen Institutionen klagen nun auf Schadensersatz und werfen den beteiligten Finanzinstituten vor, sie „vorsätzlich getäuscht" zu haben. Viele Kassen verweigern konkrete Angaben zu ihren Investments.
Krankenkassen verlieren mindestens 170 Mio. Euro durch Immobilienfonds
Warum das wichtig ist
Wer gesetzlich krankenversichert ist, zahlt Beiträge, die laut Gesetz sicher angelegt sein müssen – mindestens 170 Millionen Euro dieser Gelder sind nun mutmaßlich verloren.