Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat einen umstrittenen Passus aus seinem Steuerreform-Entwurf gestrichen: Die geplante Absenkung des Freibetrags für steuerpflichtige Vereine von 5.000 auf 1.000 Euro fällt weg. Klingbeil reagierte damit auf öffentlichen Druck, betonte aber, es sei ihm nie um kleine Sportvereine oder Feuerwehren gegangen – diese sind als gemeinnützige Organisationen ohnehin von fast allen Steuerarten befreit.

Die breitere Kritik an der Reform hält dennoch an. Insgesamt sollen Steuerzahler um rund zehn Milliarden Euro entlastet werden, davon drei Milliarden bereits 2027 und weitere sieben Milliarden 2028. CDU-Politiker Daniel Peters wirft Klingbeil vor, sein Wort zu brechen: Von der versprochenen Entlastung bleibe im ersten Jahr nicht einmal ein Drittel übrig. Das Finanzministerium widerspricht und verweist darauf, dass die volle Entlastung erst 2028 greife – verglichen mit dem Jahr 2026. Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kritisiert den Kurs der Bundesregierung und warnt vor einem Kollaps kommunaler Haushalte durch die geplante Senkung der Körperschaftsteuer von 15 auf 10 Prozent bis 2032.