Die Zahlen sagen: Erholt. Das Gefühl sagt: Ärmer. Laut einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, für die rund 7.000 Menschen befragt wurden, glauben knapp 60 Prozent der Deutschen, heute weniger kaufen zu können als vor fünf Jahren. Nur etwa 11 Prozent sagen, sie könnten sich mehr leisten.
Der Widerspruch hat konkrete Ursachen. Der Verbraucherpreisindex – der Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung – lag Ende 2025 um 21,9 Prozent über dem Niveau von 2020. Wohnenergie verteuerte sich sogar um rund 47 Prozent, Lebensmittel um knapp 34 Prozent, Restaurantbesuche um rund 33 Prozent. Wer täglich mit diesen Preisen konfrontiert ist, spürt den Verlust – auch wenn der statistische Durchschnitt eine Erholung zeigt.
Genau hier liegt das Problem mit vermeintlich sicheren Sparformen. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2,5 Prozent pro Jahr verliert ein Euro in zwanzig Jahren rund 40 Prozent seiner Kaufkraft – selbst wenn die Zahl auf dem Kontoauszug stabil bleibt.
Kaufkraft sinkt still: 60 Prozent der Deutschen fühlen sich ärmer
Warum das wichtig ist
Wer 50.000 Euro auf einem Konto parkt, das weniger als die Inflationsrate abwirft, verliert über 20 Jahre real rund 20.000 Euro an Kaufkraft – ohne einen einzigen Euro abzuheben.