Die geplante gesetzliche Kapitalrente – ein neuer Baustein zur Altersvorsorge, bei dem Beiträge langfristig am Kapitalmarkt angelegt werden – könnte die deutsche Wirtschaft kurzfristig spürbar belasten. Das zeigt eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI).
Ab 2028 sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schrittweise zusätzliche Beiträge zahlen. Bis 2031 steigt der Beitragssatz um zwei Prozentpunkte – je zur Hälfte von beiden Seiten getragen. Dadurch klettert der Gesamtbeitragssatz zur Rentenversicherung bis 2032 von heute 18,6 auf rund 22 Prozent. Den Haushalten bleibt weniger Netto, Unternehmen tragen höhere Lohnnebenkosten. Laut IMK und WSI könnte das bis zu 250.000 Arbeitsplätze kosten und rund ein Prozent Wirtschaftswachstum – umgerechnet etwa 45 Milliarden Euro – vernichten.
Der Grund: Anders als klassische Rentenbeiträge fließen die neuen Gelder nicht sofort zurück in den Wirtschaftskreislauf, sondern werden über Jahrzehnte angespart. Auch Mitglieder der Rentenkommission räumen diese Belastung ein, verteidigen aber das Gesamtpaket. Focus-Experte Kevin Kronauer warnt zudem, die Reform dürfe kein zweites Riester werden.
Kapitalrente kostet bis zu 45 Mrd. Euro Wirtschaftsleistung
Warum das wichtig ist
Wer ab 2028 arbeitet, zahlt bis zu einem Prozentpunkt mehr Rentenbeitrag – das entspricht bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro rund 30 Euro weniger Netto pro Monat.