Deutschlands Rentensystem steht unter Druck – und eine neue Rentenkommission hat jetzt konkrete Reformvorschläge vorgelegt. Der Kern des Problems: Bis Mitte der 2030er Jahre fehlen durch den Renteneintritt der Babyboomer rund vier Millionen Erwerbstätige, also etwa zehn Prozent der heutigen Erwerbsbevölkerung.

Die Kommission schlägt vor, teure abschlagsfreie Rentenzugänge zu reduzieren und den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor – ein Mechanismus, der Renten automatisch an die demografische Lage anpasst – wieder stärker wirken zu lassen. Lasten sollen dabei auf Beitragszahlende, Rentner und den Bundeshaushalt verteilt werden, nicht allein auf jüngere Generationen. Eine Rente mit 70 ist laut Kommissionsmitglied Tabea Bucher-Koenen nicht geplant; für den Jahrgang 1965 ergäbe sich voraussichtlich nur etwa ein Monat längere Arbeitszeit.

Gleichzeitig zeigt sich: Viele Menschen kennen ihre eigene Rentensituation kaum. Selbst die Hälfte derer, deren Renteneintritt unmittelbar bevorsteht, hat keinen Überblick über ihr späteres Einkommen. Die Ausgaben der Deutschen Rentenversicherung lagen zuletzt bei 421 Milliarden Euro jährlich.