Die geplante Rentenreform der Bundesregierung könnte laut einer neuen Studie erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung warnen: Bis zu 250.000 Arbeitsplätze könnten wegfallen, das Wirtschaftswachstum bis Anfang der 2030er-Jahre um rund ein Prozent schrumpfen – das entspricht einer Wirtschaftsleistung von 45 Milliarden Euro.

Der Kern des Problems liegt im Aufbau der kapitalgedeckten Zusatzrente. Dabei fließen Beiträge nicht sofort als Rentenzahlungen zurück, sondern werden jahrzehntelang an internationalen Kapitalmärkten angelegt. Gleichzeitig müssen Beschäftigte weiterhin die laufenden Renten finanzieren. Konkret heißt das: Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung – derzeit 18,6 Prozent – könnte bis 2032 auf rund 22 Prozent steigen. Ab 2028 sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schrittweise zusätzliche Beiträge zahlen, bis 2031 insgesamt zwei Prozentpunkte mehr. Die Rentenkommission wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas eingesetzt; ihre Empfehlungen sind noch nicht gesetzlich beschlossen.