Das Bundeskabinett hat eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke beschlossen. Ab dem 1. Juli 2027 werden Limonaden, Eistees und Energydrinks besteuert – abhängig davon, wie viel Zucker sie enthalten. Bei fünf bis acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter fallen 26 Cent pro Liter an, ab acht Gramm sind es 32 Cent. Der Bund erwartet dadurch 2027 Einnahmen von 690 Millionen Euro, 2028 dann 925 Millionen Euro. Das Geld soll die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren.
Ob die Steuer Getränke teurer macht, ist umstritten. Foodwatch-Expertin Luise Molling verweist auf Großbritannien, wo eine vergleichbare Abgabe seit acht Jahren gilt: Dort haben die meisten Hersteller den Zuckergehalt gesenkt, statt die Preise zu erhöhen. Kritik kommt dagegen aus der Wirtschaft. Fritz-Kola-Chef Mirco Wolf Wiegert warnt, die Steuer benachteilige den Mittelstand gegenüber Großkonzernen, die Mehrkosten leichter abfedern könnten. Kleinbetriebe mit unter einer Million Liter Jahresproduktion sind ausgenommen.
Kabinett beschließt Zuckersteuer ab 2027 – zwei Steuerstufen geplant
Warum das wichtig ist
Wer regelmäßig Cola oder Energydrinks kauft, könnte ab Mitte 2027 bis zu 32 Cent mehr pro Liter zahlen – es sei denn, die Hersteller senken vorher den Zuckergehalt ihrer Rezepturen.