Deutschlands Digitalminister Karsten Wildberger hat sich der Forderung von Microsoft-Gründer Bill Gates angeschlossen, KI-Umsätze zu besteuern. Die Einnahmen sollen den Umbau des Arbeitsmarkts finanzieren – etwa Umschulungen und neue Jobs in Pflege oder Handwerk. Hintergrund ist die Sorge, dass Algorithmen künftig so viel Arbeit übernehmen, dass die Finanzierung der Sozialversicherung wegbricht.
Inzwischen hat Wildberger selbst auf die Bremse getreten. Im RTL/ntv-Interview sagte er: „Ich will Wachstum durch KI und rede nicht über neue Steuern. Lassen wir doch erst mal das Wachstum kommen." Ganz vom Tisch ist das Thema damit nicht – die Bundesregierung will den regulatorischen Rahmen später beraten.
Experten halten eine KI-Steuer trotzdem für den falschen Ansatz. Ifo-Chef Clemens Fuest plädiert stattdessen dafür, bei stark steigenden Unternehmensgewinnen die allgemeine Gewinnsteuer zu erhöhen – statt eine Sonderabgabe auf die Technologie einzuführen. Rasmus Rothe vom KI Bundesverband urteilt knapp: „Eine KI-Steuer wird den Sozialstaat nicht retten."
Digitalminister Wildberger bremst bei KI-Steuer – Experten skeptisch
Warum das wichtig ist
Wer heute in einem automatisierbaren Beruf arbeitet, sollte wissen: Eine staatliche Umschulungsfinanzierung per KI-Steuer ist vorerst nicht geplant.