Wer fürs Alter spart, kämpft gegen einen unsichtbaren Gegner: die Inflation. Eine Million Euro aus dem Jahr 2002 hatte laut einer Analyse des Finanzdienstleisters Vanguard bis Ende 2025 nur noch eine Kaufkraft von rund 392.000 Euro – weniger als die Hälfte des ursprünglichen Werts. Um die Kaufkraft zu erhalten, hätte das Vermögen auf über 1,6 Millionen Euro wachsen müssen.
Aktieninvestments können diesen Wertverlust ausgleichen. Ein Investment in den globalen Aktienindex FTSE All World hätte dieselbe Million inflationsbereinigt auf über 5,1 Millionen Euro wachsen lassen. Auch Berechnungen mit dem MSCI World zeigen: Wer langfristig in globale Aktien investiert, schützt seine Kaufkraft deutlich besser als mit Bargeld.
Doch auch Aktien bieten keine Garantie. Die sogenannte Vier-Prozent-Regel – entwickelt vom US-Finanzplaner William Bengen in den 1990er-Jahren – empfiehlt Ruheständlern, jährlich vier Prozent des Anfangsvermögens zu entnehmen und die Auszahlungen mit der Inflation zu erhöhen. Ob das Geld 30 Jahre reicht, hängt jedoch von drei unbekannten Größen ab: Kursentwicklung, Inflationshöhe und eigene Lebensdauer.
Inflation frisst Ersparnisse – Aktien schützen, aber mit Tücken
Warum das wichtig ist
Wer mit 65 Jahren in Rente geht und 300.000 Euro gespart hat, könnte nach der Vier-Prozent-Regel im ersten Jahr 12.000 Euro entnehmen – doch Steuern von pauschal 26,375 Prozent auf Kapitalerträge sind dabei noch nicht abgezogen.