Ein verpflichtendes Rentensplitting als Ersatz für die Witwenrente würde die meisten Ehepaare in Deutschland finanziell schlechter stellen. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts. Beim Rentensplitting teilen Partner die gemeinsam erworbenen Rentenpunkte untereinander auf, statt dass der Hinterbliebene nach dem Tod des anderen eine eigene Rente erhält.

Die Forscher modellierten typische Ehepaare über den gesamten Lebensverlauf und variierten dabei Heiratszeitpunkt, Altersunterschied und Einkommensdifferenz. Ergebnis: Je nach Konstellation verlieren Paare bis zu 152.000 Euro – oder gewinnen in Ausnahmefällen bis zu 153.000 Euro. Profitieren würde vor allem die gesetzliche Rentenversicherung, deren Ausgaben erheblich sinken würden. Die Witwenrente kostet das System derzeit fast 50 Milliarden Euro jährlich, rund ein Achtel der Gesamtausgaben.

Hintergrund ist eine Empfehlung der Alterssicherungskommission vom Juni 2026, die Hinterbliebenenversorgung zu überarbeiten. Nur in Einzelfällen – wenn ein Paar früh geheiratet hat und der hinterbliebene Partner eine sehr kleine eigene Rente aufbaut – wäre das Splitting vorteilhafter als die bisherige Witwenrente.