Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge wirft der Bundesregierung vor, bei überhöhten Spritpreisen untätig zu bleiben. Sie fordert eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne – also eine Sonderabgabe auf Gewinne, die deutlich über dem normalen Niveau liegen. Bis Jahresende erwartet Dröge Übergewinne von mehr als acht Milliarden Euro; eine Besteuerung könnte daraus bis zu drei Milliarden Euro einbringen.
Zwei Faktoren treiben die Preise an der Zapfsäule gerade besonders stark: Der Iran blockiert faktisch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte. Gleichzeitig schränkt die aktuelle Dürre den Rheinpegel so stark ein, dass Tankschiffe kaum fahren können – das erhöht die Logistikkosten. Auch der ADAC bewertet das Preisniveau seit Wochen als zu hoch.
Die Koalition hatte im März eine Taskforce zu Sprit- und Energiepreisen eingesetzt, die Dröge als gescheitert bezeichnet. SPD-Politikerinnen wie Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstützen die Übergewinnsteuer. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt sie ab – ebenso wie den von der SPD geforderten Spritpreisdeckel.
Grüne fordern Übergewinnsteuer auf Mineralölkonzerne
Warum das wichtig ist
Laut Dröge könnten Einnahmen aus der Steuer über eine Senkung der Stromsteuer weitergegeben werden – das entspräche für Haushalte ein bis zwei Monatsrechnungen für Strom.