Die anhaltende Trockenheit seit Mitte Juni kostet die deutsche Landwirtschaft rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps – das entspricht Einnahmeverlusten von 600 Millionen Euro. Der Deutsche Raiffeisenverband erwartet für dieses Jahr eine Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen; 2025 waren es noch 45 Millionen Tonnen. Experte Guido Seedler spricht von einer „noch ausreichenden, aber unterdurchschnittlichen" Ernte.
Besonders hart trifft es den Süden Deutschlands. Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt vor Totalausfällen bei Herbstkulturen wie Kartoffeln, Zuckerrüben und Körnermais. Dazu brechen die Futterbestände ein, sodass manche Landwirte Tiere früher als geplant schlachten müssen. Rukwied beschreibt die Lage als „brutal angespannt": Hohe Betriebskosten treffen auf niedrige Erzeugerpreise, Kredite werden nötig. Der Bauernverband fordert deshalb unter anderem eine Erhöhung der EU-Düngemittelbeihilfe von 60 auf 180 Millionen Euro sowie vorgezogene EU-Direktzahlungen.
Brot und Brötchen dürften trotzdem nicht teurer werden. Der Raiffeisenverband erklärt, der Getreideanteil am Endpreis von Backwaren liege im niedrigen Centbereich – entscheidend seien Energie-, Lohn- und Bürokratiekosten.
Dürre vernichtet drei Millionen Tonnen Getreide und Raps
Warum das wichtig ist
Wer Brot kauft, muss vorerst keine höheren Preise befürchten – die Ernte trifft vor allem die Bauern selbst, die bereits mit Kostensteigerungen kämpfen.