In Großbritannien müssen im Steuerjahr 2026/27 rund 2,1 Millionen Menschen ab 65 Jahren Steuern auf ihre Sparzinsen zahlen. 2022/23 waren es noch 517.000 – die Zahl hat sich damit in vier Jahren mehr als vervierfacht. Grundlage sind Daten der britischen Steuerbehörde HMRC, die Analyst Andrew Wright von der Paragon Bank per Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat.

Der Mechanismus dahinter ist simpel: Steigen die Zinsen, wirft dasselbe Erspartes mehr Ertrag ab. Bleiben die steuerfreien Grenzen unverändert, rutschen automatisch mehr Sparer in die Steuerpflicht. Ältere treffen höhere Zinsen besonders hart, weil sie im Schnitt größere Summen auf Sparkonten halten. Insgesamt dürfte die Steuerrechnung britischer Rentner 2026/27 rund 3,34 Milliarden Pfund (ca. 3,91 Milliarden Euro) erreichen.

Auch in Deutschland zeigt sich dieser Effekt. Die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge stieg laut Bundesfinanzministerium im Haushaltsjahr 2024 um über 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr – primär wegen gestiegener Zinserträge. Der Sparer-Pauschbetrag – also der steuerfreie Anteil der Kapitalerträge – liegt unverändert bei 1.000 Euro pro Person.