Die gesetzliche Krankenversicherung steckt in einer strukturellen Schieflage. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Leistungsausgaben um 7,4 Prozent – die Einnahmen wuchsen dagegen nur um 4,1 Prozent. Das zeigt ein Finanzkraft-Rating des DFSI Deutsches Finanz-Service Institut, das exklusiv für das Handelsblatt erstellt wurde.
Rund 75 Millionen Menschen sind in Deutschland gesetzlich versichert. Trotz eines Überschusses von 2,6 Milliarden Euro im selben Zeitraum bleibt die Lage angespannt: Das Plus entstand vor allem durch höhere Zusatzbeiträge und soll geschrumpfte Finanzreserven auffüllen. Gleichzeitig steigen die Kosten durch Alterung der Bevölkerung, mehr chronische Erkrankungen und teurere Behandlungen weiter.
Nicht alle Kassen sind gleich gut aufgestellt. Im Rating erreichte keine Kasse die Bestnote „exzellent". Die Tui BKK führt bei den bundesweit geöffneten Kassen mit „sehr gut", gefolgt von sieben Kassen mit „gut" – darunter Techniker Krankenkasse und Barmer. Bei den regional geöffneten Kassen erhielten BKK firmus, BKK SBH, BKK Public und BKK Faber-Castell & Partner die Note „sehr gut".
GKV unter Druck: Ausgaben steigen doppelt so schnell wie Einnahmen
Warum das wichtig ist
Wer seine Krankenkasse wechseln möchte, findet im Rating einen konkreten Anhaltspunkt: Nur fünf der bewerteten Kassen erreichten die Note „sehr gut" – keine einzige die Bestnote.