Ein einziger Börseneinbruch kann künftig bis zu 48 Prozent der staatlichen Kapitalrente vernichten – das zeigen Berechnungen zur geplanten Rentenreform. Konkret bedeutet das für einen Durchschnittsverdiener einen Verlust von rund 170 Euro pro Monat. Bei einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro brutto wären es sogar bis zu 340 Euro weniger im Monat.

Die Kapitalrente ist ein neues Vorsorgemodell, bei dem der Staat Rentenbeiträge an der Börse anlegt. Sie soll 2028 mit einem Beitragssatz von 0,5 Prozent des Bruttoeinkommens starten und bis 2031 auf 2,0 Prozent steigen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Beiträge jeweils zur Hälfte. Bei einem Bruttoeinkommen von 50.000 Euro fließen dann monatlich rund 83 Euro in den individuellen Rententopf. Als realistische Nettorendite gelten nach Abzug von Inflation und Kosten drei bis vier Prozent jährlich.

Entscheidend ist der Zeitpunkt eines Crashs: Bricht der Markt kurz vor dem Renteneintritt um 50 Prozent ein, schrumpft die Auszahlung um bis zu 48 Prozent. Fällt derselbe Crash in die frühe Ansparphase, bleibt der Schaden mit fünf bis neun Prozent deutlich geringer.