Russlands größte Bank, die Sberbank, bereitet sich auf mögliche Kreditausfälle vor – ausgelöst durch ukrainische Drohnenangriffe auf Lagerhäuser des Online-Händlers Wildberries. Seit dem 18. Juli wurden knapp zehn der 25 großen Logistiklager getroffen. Mindestens vier Lager mit zusammen 444.000 Quadratmetern Fläche sind außer Betrieb, rund zehn Prozent der gesamten Lagerkapazität des Unternehmens ist zerstört.

Die Folgen treffen auch die Kreditwirtschaft direkt. Rund 300 Unternehmen haben bei der Sberbank bereits eine Umschuldung beantragt – also eine Neuverhandlung bestehender Kredite. Finanzvorstand Taras Skworzow bestätigte, dass sich die finanzielle Lage betroffener Händler und ihrer Lieferanten verschlechtert habe. Eine Entscheidung über höhere Rückstellungen – Kapital, das Banken als Puffer gegen Kreditausfälle zurücklegen – sei aber noch nicht gefallen.

Die Ukraine begründete die Angriffe damit, dass Wildberries das russische Militär beliefere. Wildberries gilt als russisches Pendant zu Amazon und ist für Zehntausende kleine Händler die wichtigste Verkaufsplattform. Das Unternehmen sucht inzwischen nach Ausweichlagern in Kasachstan.