BMW hat im zweiten Quartal einen drastischen Gewinnrückgang verbucht. Der Nettogewinn sank um mehr als ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro, der Umsatz fiel um 7,9 Prozent auf knapp 31,3 Milliarden Euro. Besonders hart traf es das Kerngeschäft: Das operative Ergebnis im Automobilbereich – also der Gewinn aus dem reinen Fahrzeugverkauf – brach um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ein. Damit verdiente BMW im Quartal mehr mit Finanzdienstleistungen als mit dem Autobau.

Haupttreiber der Krise ist China. Dort verkaufte BMW fast ein Drittel weniger Fahrzeuge als im Vorjahr. Der weltgrößte Automarkt, lange eine verlässliche Gewinnquelle, leidet unter einbrechender Nachfrage und wachsendem Wettbewerb. Gleichzeitig belastet BMW, dass es die Ergebnisse seines chinesischen Gemeinschaftsunternehmens direkt im Autogeschäft verbucht – anders als VW oder Mercedes.

BMW-Chef Milan Nedeljkovic, seit Mai im Amt, kündigte einen verschärften Sparkurs an. Bereits bekannt ist ein weltweiter Stellenabbau von 8.000 Stellen. Finanzchef Walter Mertl verwies auf bereits erzielte Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr und weitere geplante Effizienzmaßnahmen.