Der europäische Gaspreis hat den höchsten Stand seit Beginn des Irankriegs im Februar erreicht. Der Referenzkontrakt TTF – der maßgebliche Großhandelsindex für europäisches Gas – kletterte auf 62 Euro pro Megawattstunde. Das entspricht einem Anstieg von rund 50 Prozent innerhalb eines Monats und liegt etwa 94 Prozent über dem Niveau vor den US-israelischen Angriffen auf den Iran.

Haupttreiber ist die unterbrochene Flüssigerdgas-Versorgung (LNG) aus dem Nahen Osten. Die Huthi-Rebellen blockieren das Rote Meer, gleichzeitig hemmt eine Blockade der Straße von Hormus die Lieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zusätzlich fällt das US-Terminal Freeport wegen Wartungsarbeiten noch wochenlang aus. Europa konkurriert dabei mit asiatischen Ländern um die knappen LNG-Mengen – auch dort ist die Nachfrage gestiegen. Erschwerend kommt hinzu, dass die europäischen Gasspeicher aktuell unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegen.