Frankreich steckt tief in der Schuldenkrise – und Premier Sébastien Lecornu schlägt Alarm. Im ersten Halbjahr 2026 zahlte der Staat 34,5 Milliarden Euro Zinsen, knapp ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der aktuelle Zinssatz für neue Kredite liegt bei fast vier Prozent.
Lecornu kämpft gleichzeitig auf zwei Fronten: Er muss einen Haushalt für 2027 durchs Parlament bringen – und das wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl im April. Linke Oppositionsparteien wie die Sozialisten und die linksextreme LFI haben bereits angekündigt, jeden Haushalt mit sozialen Einschnitten zu blockieren. LFI-Chef Jean-Luc Mélenchon schlägt stattdessen vor, die bei der Banque de France liegenden Staatsanleihen schlicht für nichtig zu erklären. Derzeit hält die französische Notenbank knapp 20 Prozent der gesamten Staatsschulden. Experten halten das Vorhaben für rechtlich unzulässig und ökonomisch gefährlich.
Lecornu warnt klar: Scheitert der Haushalt, treiben steigende Zinsen die Schulden weiter in die Höhe – und machen alle Wahlversprechen der Kandidaten wertlos, noch bevor die Franzosen abstimmen.
Frankreichs Premier warnt: Ohne Haushalt drohen explodierende Zinsen
Warum das wichtig ist
Frankreichs Schulden von rund 3,5 Billionen Euro belasten auch deutsche Unternehmen, da Frankreich ein wichtiger Handelspartner ist.