Isabel Schnabel könnte die Europäische Zentralbank vorzeitig verlassen. Die deutsche EZB-Direktorin steht laut übereinstimmenden Berichten in Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), um dort die Leitung der Abteilung Märkte zu übernehmen. Ihre reguläre Amtszeit bei der EZB endet erst Ende 2027. Weder EZB noch IWF kommentierten die Berichte. Der betreffende IWF-Posten in Washington ist seit dem 1. September vakant – zuvor hatte ihn der deutsch-amerikanische Ökonom Tobias Adrian inne.

Ein Wechsel Schnabels würde einen Großumbau an der EZB-Spitze beschleunigen. Bereits ab Juni 2027 braucht die Notenbank einen neuen Chefvolkswirt, weil die achtjährige Amtszeit des Iren Philip Lane endet. Dazu kommen anhaltende Spekulationen, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihren Posten noch vor Ablauf ihrer Amtszeit im Oktober 2027 räumt. Alle drei Führungsposten könnten dann in einem Paket neu vergeben werden.

Für Deutschland hat der mögliche Wechsel eine konkrete Konsequenz: Schnabel scheidet damit als Kandidatin für die EZB-Präsidentschaft aus. Als potenzieller deutscher Bewerber verbliebe dann allein Bundesbank-Präsident Joachim Nagel.