Die Europäische Zentralbank lässt die Leitzinsen vorerst unverändert. Der Einlagenzins – also der Zins, den Banken für Einlagen bei der EZB erhalten – bleibt bei 2,25 Prozent. Die Pause folgt auf eine Zinserhöhung vor sechs Wochen und war von den Märkten erwartet worden.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Notenbank. Der Ölpreis ist seit Monatsbeginn um 40 Prozent gestiegen und kratzt an der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel – angetrieben durch Kampfhandlungen an der Straße von Hormus. EZB-Präsidentin Christine Lagarde räumte ein, dass einige Ratsmitglieder bereits eine weitere Zinserhöhung in Betracht gezogen hätten. Die Inflation im Euroraum lag zuletzt bei 2,8 Prozent – deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater warnt: Bei Ölpreisen um 100 Dollar werden die Inflationsraten erneut anziehen.

Im September will der EZB-Rat auf Basis neuer Konjunktur- und Inflationsprognosen entscheiden, ob ein weiterer Zinsschritt nötig ist.