EZB-Direktorin Isabel Schnabel spricht sich klar für eine weitere Anhebung des Leitzinses aus. Beim aktuellen Niveau von 2,25 Prozent sei es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das Ziel von 2,0 Prozent sinke, sagte sie der Nachrichtenagentur Bloomberg. Deshalb sei eine weitere geldpolitische Straffung nötig.

Als Grund nennt Schnabel zwei Faktoren: die anhaltend hohen Energiepreise und eine vergleichsweise robuste Wirtschaft im Euroraum – beides treibt die Inflation nach oben. Die Teuerungsrate liegt derzeit bei knapp drei Prozent. Schnabel ist dabei nicht allein: Mehrere weitere Mitglieder des EZB-Führungskreises halten eine Erhöhung ebenfalls für dringlich, auch an den Terminmärkten wird fest damit gerechnet. Laut Reuters-Informationen peilen die Währungshüter eine Anhebung auf 2,50 Prozent an – die EZB hat das bislang nicht bestätigt.

Die nächste Zinsentscheidung fällt am 10. September. Zuletzt hatte die Notenbank die Zinsen im Juni angehoben – erstmals seit fast drei Jahren – um die wirtschaftlichen Folgen gestiegener Energiepreise einzudämmen.