Explodierende Energiekosten haben die Inflationsrate in Deutschland im Juli 2026 auf 2,8 Prozent gedrückt – nach 2,3 Prozent im Juni, wie das Statistische Bundesamt bestätigte.
Zwei Faktoren schlugen gleichzeitig zu: Der staatliche Tankrabatt – eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um knapp 17 Cent pro Liter – lief am 30. Juni aus, und der Iran-Krieg hält die Ölpreise hoch. Kraftstoffe kosteten im Juli 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, leichtes Heizöl sogar 34,7 Prozent mehr. Energieprodukte insgesamt verteuerten sich um 8,3 Prozent gegenüber Juli 2025.
An den Rohölmärkten bleibt die Lage angespannt: Brent-Rohöl stieg auf knapp über 90 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Trumps Behauptung, die USA hätten die volle Kontrolle über die Straße von Hormus – eine strategisch wichtige Meerenge am Persischen Golf –, widersprach die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO: Iranische Angriffe auf Handelsschiffe hielten an, der Verkehr laufe weiter auf reduziertem Niveau.
Zusätzlich sorgt Rekord-Niedrigwasser am Rhein für Preisdruck: Kraftstofftransporte per Binnenschiff werden teurer, der ADAC warnt vor regional steigenden Spritpreisen. Ökonom Felix Schmidt von der Berenberg Bank schätzt, die Inflationsrate könnte dadurch vorübergehend um bis zu 0,5 Prozentpunkte steigen.
Einen kurzen Ausreißer gab es auch beim Strompreis: Eine partielle Sonnenfinsternis ließ den Börsenpreis am Mittwochabend kurzzeitig auf 461 Euro je Megawattstunde schnellen – gegenüber rund 200 Euro an den Vortagen.
Nahrungsmittel blieben mit plus 0,4 Prozent ein dämpfender Faktor.
Energiepreise treiben Inflation auf 2,8 Prozent – weitere Risiken drohen
Warum das wichtig ist
Wer tankt, heizt oder einkauft, spürt den Preisanstieg direkt – und mehrere Risikofaktoren deuten darauf hin, dass sich die Lage in den kommenden Monaten kaum entspannt.
Quellen
- Statistisches Bundesamt ↗
- Tagesschau Inland ↗
- Zeit Wirtschaft ↗
- Süddeutsche Wirtschaft ↗
- FAZ Finanzen ↗
- Spiegel Wirtschaft ↗
- WirtschaftsWoche ↗
- Spiegel Wirtschaft ↗
- Süddeutsche Wirtschaft ↗
- Tagesspiegel Wirtschaft ↗
- Tagesspiegel Wirtschaft ↗
- Stern Wirtschaft ↗
- Frankfurter Rundschau Wirtschaft ↗
- Tagesspiegel Wirtschaft ↗
- Stern Wirtschaft ↗