Der Goldpreis hat in den vergangenen zwei Wochen um fast zehn Prozent zugelegt und zeitweise über 4.400 US-Dollar pro Unze notiert – den höchsten Stand seit zwei Monaten. Das ist bemerkenswert, denn eigentlich bremsen steigende Zinsen den Goldpreis: Das Edelmetall wirft keine laufenden Erträge ab und verliert gegenüber Anleihen oder Tagesgeld an Attraktivität. Laut dem Marktbarometer CME Fedwatch rechnen bereits 63 Prozent der Marktteilnehmer mit einer US-Zinserhöhung im Oktober.
Der Grund für die Entkopplung liegt im wachsenden Misstrauen gegenüber staatlichen Finanzen. Die USA zahlen inzwischen täglich 3,18 Milliarden Dollar allein an Zinsen für ihre Staatsschulden – 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Congressional Budget Office erwartet für das laufende Jahr ein Haushaltsdefizit von 2,1 Billionen Dollar. Viele Investoren fürchten deshalb, dass politischer Druck Zentralbanken zu Zinssenkungen zwingen könnte, um die Schuldenlast zu erleichtern.
Gold gilt als Schutz dagegen: Anders als der US-Dollar lässt sich seine Menge nicht beliebig ausweiten. Genau das macht es für Anleger wieder attraktiv.
Goldpreis steigt um 10 % – trotz drohender Zinserhöhungen
Warum das wichtig ist
Wer Gold im Depot hält, hat in zwei Wochen rund zehn Prozent Wertzuwachs erlebt – während das Rekordhoch vom Jahresanfang bei 5.595 Dollar noch weit entfernt ist.