Seit seiner Einführung 2007 hat das Elterngeld fast ein Drittel seiner Kaufkraft verloren. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) beziffert den inflationsbedingten Wertverlust bis 2026 auf 31,5 Prozent – Mindest- und Höchstbetrag blieben in dieser Zeit unverändert bei 300 und 1.800 Euro.

Familienministerin Karin Prien plant nun eine Reform. Künftig soll das Elterngeld nur noch zwölf statt 14 Monate gezahlt werden. Drei Monate werden dabei jedem Elternteil fest zugeteilt, sechs Monate können Paare frei aufteilen. Gleichzeitig steigen die Beträge erstmals: Der Mindestbetrag klettert auf 330 Euro, der Höchstbetrag auf 1.900 Euro. Das IW rechnet vor, dass ein vollständiger Inflationsausgleich Werte von 432 beziehungsweise 2.591 Euro erfordern würde. Ökonom Wido Geis-Thöne nennt die geplante Anhebung deshalb „kaum mehr als ein Trostpflaster".

Für das laufende Jahr plant der Bund rund 7,5 Milliarden Euro für das Elterngeld ein. Wegen Sparzwängen soll Prien im kommenden Jahr 500 Millionen Euro einsparen.