Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), kritisiert die geplanten Rentenreformen als unzureichend. Die zuständige Kommission schlägt vor, das Renteneintrittsalter maßvoll anzuheben und das bestehende Rentensystem durch eine Kapitalrente – also eine teilweise aktienbasierte Altersvorsorge – zu ergänzen. Fratzscher hält das für zu wenig.
Der Ökonom fordert mehr Mut bei der Reform. Konkret stehen zwei Maßnahmen im Raum, die in beiden Quellen genannt werden: eine Anhebung des Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus auf 68 Jahre sowie die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung, in die sie bislang nicht einzahlen. Beides lehnt die Kommission in dieser Form ab oder behandelt es nur zurückhaltend.
Die Rentenkommission will ihre Vorschläge vorlegen, um die strukturelle Schieflage des Systems zu beheben – also das Ungleichgewicht zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern. Fratzscher bezweifelt, dass die geplanten Schritte dafür ausreichen.
DIW-Chef Fratzscher nennt Rentenkommissions-Pläne „zu vorsichtig"
Warum das wichtig ist
Millionen Beschäftigte in Deutschland könnten länger arbeiten müssen, falls das Renteneintrittsalter tatsächlich auf 68 Jahre steigt.