Deutschlands Rentendebatte dreht sich um zwei Brennpunkte: Immer mehr Rentner bleiben berufstätig, während die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Frührente die Koalition entzweit.

Laut Mikrozensus 2025 des Statistischen Bundesamts arbeiteten 14 Prozent der 65- bis 74-jährigen Rentenbeziehenden noch beruflich — ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Männer (16 %) sind dabei häufiger erwerbstätig als Frauen (11 %).

Die meisten arbeiten in reduziertem Umfang: 40 Prozent weniger als zehn Stunden pro Woche, 65 Prozent der abhängig Beschäftigten in einem Minijob — also mit maximal 556 Euro Monatsverdienst. 27 Prozent sind selbstständig tätig und arbeiten deutlich länger.

Mit steigendem Bildungsniveau nimmt die Erwerbsquote zu: 18 Prozent der Hochgebildeten arbeiten weiter, bei niedrigem Bildungsabschluss sind es nur 10 Prozent. Als Motive nannten Betroffene neben finanziellen Gründen (33 %) häufig auch Freude an der Arbeit und soziale Einbindung.

Parallel dazu streitet die schwarz-rote Koalition über die „Rente mit 63" — die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren, derzeit ab 64,5 Jahren möglich. Sieben Ministerpräsidenten, darunter alle fünf ostdeutschen, sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnen deren Abschaffung ab. BDA-Chef Steffen Kampeter reagierte „fassungslos" und warnte, Deutschland verspiele seine letzte Chance auf eine demografiefeste Rente. Da das Rentenpaket den Bundesrat passieren muss, ist der Widerstand aus den Ländern politisch gewichtig.