Seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2015 haben illegale Tricks zur Umgehung der Lohnuntergrenze einen Gesamtschaden von rund 64 Milliarden Euro verursacht. Das zeigen Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen.
Den größten Anteil tragen die betroffenen Beschäftigten selbst: 35 Milliarden Euro erhielten sie nie ausgezahlt. Den Sozialkassen entgingen 22 Milliarden Euro, dem Fiskus weitere 7 Milliarden Euro an Einkommensteuer. Laut DGB waren durchschnittlich zwei Millionen Menschen pro Jahr betroffen – obwohl der Mindestlohn, derzeit 13,90 Euro pro Stunde, nur in Ausnahmefällen unterschritten werden darf. Im Schnitt fehlten den Betroffenen 1,70 bis 2,40 Euro pro Stunde. Grundlage ist das Sozioökonomische Panel, eine jährliche Befragung von rund 30.000 Menschen in 20.000 Haushalten.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zweifelt an der Berechnungsgrundlage, räumt aber ein: Verstöße seien nicht akzeptabel und müssten konsequent verfolgt werden. DGB-Vize Stefan Körzell fordert härtere Strafen und bezeichnet Mindestlohnbetrug als kriminelles Handeln.
DGB: Mindestlohnbetrug verursacht 64 Milliarden Euro Schaden seit 2015
Warum das wichtig ist
Wer zum Mindestlohn arbeitet, hat im Schnitt 1,70 bis 2,40 Euro pro Stunde zu wenig erhalten – bei einer 40-Stunden-Woche entspricht das bis zu 500 Euro im Monat.