Vier von zehn Beschäftigten in Deutschland glauben nicht, unter ihren aktuellen Arbeitsbedingungen bis zum Renteneintritt durchzuhalten. In körperlich und psychisch besonders belastenden Berufen steigt dieser Anteil auf 50 Prozent. Das zeigt eine Auswertung des DGB-Index „Gute Arbeit", für die knapp 28.000 Beschäftigte zwischen 2022 und 2026 befragt wurden.

Besonders betroffen sind Handwerk, Pflege und Erziehung. Im Sanitär- und Klempnerhandwerk rechnen 72 Prozent der Beschäftigten damit, ihren Beruf nicht bis zur Rente ausüben zu können. In der Krankenpflege sind es 71 Prozent, in der Altenpflege 67 Prozent, im Hochbau 66 Prozent und bei Erziehern 57 Prozent. Als Hauptgründe nennt die Erhebung hohe körperliche Belastung, Zeitdruck, Lärm und lange Arbeitszeiten.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi bezeichnet die Ergebnisse als „bitteren Befund" und fordert die Bundesregierung auf, diese Realitäten bei Rentenentscheidungen nicht länger zu ignorieren. Statt das Renteneintrittsalter weiter anzuheben, brauche es gesündere Arbeitsbedingungen und würdige Übergänge in die Rente.