Die Rentenkommission der Bundesregierung empfiehlt, die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen – bekannt als „Rente mit 63", obwohl der vorzeitige Eintritt heute faktisch erst ab 64,5 Jahren möglich ist. Bundeskanzler Friedrich Merz und Sozialministerin Bärbel Bas haben angekündigt, alle Empfehlungen vollständig umzusetzen. Das Reformpaket soll bis Ende 2026 per Gesetz beschlossen werden.

Doch wie schnell die Abschaffung kommt, ist offen. SPD-Rentenexperte Bernd Rützel, Vorsitzender des Bundestags-Ausschusses für Arbeit und Soziales, fordert eine Übergangsfrist von zehn Jahren. Wer heute 55 ist, müsse sich darauf verlassen können, mit 65 ohne Abschläge in Rente zu gehen. Auch Kommissionschefin Constanze Janda hält eine Übergangsfrist aus verfassungsrechtlichen Gründen für zwingend – nennt aber keine konkrete Länge. Sie verweist auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2004, das bei der Anhebung des Rentenalters für Frauen fünf Jahre als Maßstab setzte. SPD-Sozialpolitikerin Annika Klose hält zwei bis fünf Jahre für rechtlich vertretbar, tendiert aber zum längeren Zeitraum.