Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker gewachsen als zunächst erwartet. Das Statistische Bundesamt korrigierte seine erste Schätzung von 0,2 Prozent nach oben: Das Bruttoinlandsprodukt – also die Gesamtleistung der Volkswirtschaft – legte von April bis Juni um 0,3 Prozent zu. Damit wächst die Wirtschaft das dritte Quartal in Folge.
Treiber ist der Außenhandel. Die Warenexporte stiegen um 2,6 Prozent, sodass sich insgesamt ein Exportwachstum von 2 Prozent ergab. Im Juni lieferten deutsche Unternehmen Waren im Rekordwert von 139,3 Milliarden Euro ins Ausland – trotz bestehender US-Zölle. Private und staatliche Konsumausgaben wuchsen dagegen nur minimal um je 0,1 Prozent, die Investitionen in Maschinen und Fahrzeuge gingen sogar zurück.
Gleichzeitig belasten mehrere Faktoren den Ausblick. Die Inflation stieg im Juli auf 2,8 Prozent. Der ungelöste Konflikt zwischen den USA und dem Iran drückt auf die Energiepreise, da der Öl- und Gashandel durch die Straße von Hormus beeinträchtigt bleibt. Dazu kommt Rekord-Niedrigwasser am Rhein, das den Warentransport bremst und etwa die Chemieindustrie zur Produktionsdrosselung zwingt.
Deutsches BIP wächst auf 0,3 Prozent – Exporte treiben Aufschwung
Warum das wichtig ist
Wer im Sommer tankt oder heizt, spürt die Folgen: Die Inflationsrate liegt bei 2,8 Prozent – Energie bleibt der größte Kostentreiber.