Die Krise der deutschen Automobilindustrie verschärft sich. BMW baut 8000 Stellen ab, der Großteil davon in Deutschland. Porsche streicht weitere 5000 Jobs – zusätzlich zu den 3900, die bereits im vergangenen Jahr angekündigt wurden. Bei VW sind weltweit 50.000 Stellen gefährdet, bei Mercedes gingen im Frühjahr 5500 Beschäftigte freiwillig von Bord.

Branchenexperten bezeichnen den Umbruch als den tiefsten in der Geschichte der deutschen Autoindustrie. Zwei externe Faktoren verschärfen die Lage: Die US-Zollpolitik unter Donald Trump verteuert aus Deutschland exportierte Fahrzeuge für amerikanische Käufer. Gleichzeitig haben chinesische Hersteller die deutschen Konzerne im weltgrößten Automarkt verdrängt – diesmal nicht mit billigen Konsumgütern, sondern mit Premiumfahrzeugen und Technologie. SPD-Wirtschaftspolitiker Sebastian Roloff spricht vom „China-Schock 2.0".

Fachleute sehen die Politik dennoch nicht als machtlos. CDU-Bundestagsabgeordneter Alexander Jordan, der Wolfsburg vertritt, fordert niedrigere Standortkosten. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Reformen bei Energie-, Lohn- und Bürokratiekosten in Aussicht gestellt – Bereiche, in denen Deutschland im internationalen Vergleich als nicht wettbewerbsfähig gilt.