Beim zweitägigen Treffen der US-Notenbank Federal Reserve, das am Mittwoch endet, steht eine Leitzinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf 3,75 bis 4,0 Prozent im Raum. Börsenhändler beziffern die Wahrscheinlichkeit dafür laut CME FedWatch auf über 90 Prozent.

Das macht die Sitzung politisch brisant. Fed-Chef Kevin Warsh, den Präsident Donald Trump persönlich für den Posten ausgewählt hat, würde damit direkt gegen Trumps Forderung nach niedrigeren Zinsen handeln. Trump drohte sogar damit, den Handel mit anderen Ländern einzustellen, falls die Notenbank die Zinsen nicht senkt. Warsh übernahm sein Amt am 22. Mai und soll laut Senatsbeschluss bis 2030 amtieren. Die Inflation lag im August bei 3,4 Prozent – und damit seit mehr als fünf Jahren über dem Fed-Ziel von 2,0 Prozent.

Warsh signalisierte in seiner Rede beim Notenbankertreffen in Jackson Hole, die Teuerung entschlossen bekämpfen zu wollen. Gleichzeitig wächst der Druck, die Unabhängigkeit der Fed zu demonstrieren – denn jede Entscheidung wird nun auch als politisches Signal gewertet.