Die Bundesnetzagentur richtet seit 2024 eine digitale Plattform ein, die im Krisenfall die Stromversorgung großer Verbraucher zentral steuern soll. Das bestätigte die Behörde gegenüber Business Insider, nachdem Apollo News zunächst über das Vorhaben berichtet hatte.
Das System funktioniert so: Unternehmen mit besonders hohem Stromverbrauch müssen sich registrieren. Bei einer Mangellage kann die Behörde sie mit einigen Tagen Vorlauf anweisen, ihren Verbrauch zu senken oder zeitweise zu stoppen. Im Ernstfall würde die Netzagentur verfügbare Strommengen zentral zuteilen – ähnlich wie es im Gasbereich bereits geschieht.
Die Behörde betont, dass die Stromversorgung in Deutschland weiterhin sehr sicher ist und großflächige Störungen unwahrscheinlich bleiben. Die Plattform diene der Vorsorge für einen Ausnahmefall. In der Industrie stößt das Vorhaben dennoch auf Kritik: Die mehrtägige Vorwarnzeit wird dort als Hinweis auf mögliche länger anhaltende Engpässe gewertet, nicht auf kurzfristige Netzstörungen. Zusätzliche Meldepflichten für Unternehmen sorgen für weiteren Unmut.
Bundesnetzagentur baut digitale Plattform für Strommangellagen
Warum das wichtig ist
Für Industriebetriebe mit hohem Stromverbrauch bedeutet das konkret neue Registrierungspflichten und die Möglichkeit, im Krisenfall behördlich zur Drosselung ihrer Produktion verpflichtet zu werden.