Der Bundestag debattiert diese Woche über den Haushalt 2027, den Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am 8. September vorgestellt hat. Geplante Ausgaben: 555,4 Milliarden Euro – rund 31 Milliarden oder sechs Prozent mehr als im laufenden Jahr. Gleichzeitig steigt die Nettokreditaufnahme von 98 auf 118,7 Milliarden Euro. Zusammen mit Sondervermögen für Verteidigung und Infrastruktur nimmt der Bund 2027 insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro neue Schulden auf.
Finanziert wird der Haushalt unter anderem durch mehrere Steuererhöhungen. Die Tabaksteuer soll 2027 allein 756 Millionen Euro zusätzlich einbringen, die höhere Schaumweinsteuer weitere 380 Millionen – bis 2031 summieren sich diese Mehreinnahmen auf rund 2,2 Milliarden Euro. Neu hinzu kommen eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Lebensmittel sowie eine Plastikabgabe von 80 Cent pro Kilogramm nicht verwertbarem Plastik, die bisher der Bund selbst trug und künftig an Unternehmen weitergibt.
Bei der Einkommensteuer steigt der Grundfreibetrag auf 12.564 Euro. Für sehr hohe Einkommen ab 250.000 Euro gilt künftig ein Spitzensteuersatz von 45 Prozent, ab 280.000 Euro sind es 47 Prozent.
Bundeshaushalt 2027: Zuckersteuer, höhere Tabakabgabe und neue Schulden
Warum das wichtig ist
Wer zuckerhaltige Getränke oder Tabak kauft, zahlt 2027 mehr – wer ein mittleres Einkommen hat, spart dagegen je nach Situation zwischen 75 und 600 Euro Einkommensteuer im Jahr.