Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht trotz jüngster Signale keine echte Entspannung im Iran-Konflikt – und hält weitere Zinserhöhungen für möglich. Sein Verweis auf die Straße von Hormus macht deutlich, warum: Die enge Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine der wichtigsten Öldurchfahrten der Welt. Wird sie blockiert, steigen die Energiepreise global.

Die EZB hat die Zinsen zuletzt erstmals seit 2023 wieder angehoben. Nagel schließt weitere Schritte nicht aus. Sein Argument: „In 60 Tagen kann viel passieren." Damit signalisiert er, dass die Lage zu instabil ist, um geldpolitisch auf Entspannung zu setzen. Ein Worst-Case-Szenario – etwa eine militärische Eskalation rund um den Iran – könnte die Inflation deutlich antreiben.

Nagels Skepsis richtet sich also nicht nur gegen aktuelle Preisdaten, sondern gegen geopolitische Risiken, die sich schnell in Energiepreisen niederschlagen. Die Bundesbank bleibt damit auf einem wachsamen Kurs.