Der britische Ölkonzern BP hat im zweiten Quartal 2026 seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn stieg auf 5,7 Milliarden US-Dollar – doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum und deutlich mehr als die von Analysten erwarteten fünf Milliarden Dollar.

Haupttreiber waren die hohen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs. Der Iran hatte die Straße von Hormus – eine Schlüsselroute für den globalen Öltransport – nach Angriffen der USA und Israels faktisch gesperrt. Das trieb auch die Preise für Raffinerieprodukte wie Diesel und Kerosin nach oben. Gleichzeitig lief das Quartal operativ schwächer als das vorherige: Förderanlagen waren weniger zuverlässig, die Produktion sank und die Raffinerien verarbeiteten weniger Rohöl.

Konzernchefin Meg O'Neill, seit April im Amt, treibt den Umbau des Konzerns voran. BP verkaufte seine Raffinerie in Gelsenkirchen, vereinbarte den Verkauf des Einzelhandelsgeschäfts in Österreich und kündigte an, das britische Nordsee-Geschäft sowie das US-Biogasgeschäft abzustoßen. Die Aktie verlor trotz der starken Zahlen am Dienstagnachmittag knapp fünf Prozent – weil die Ölpreise zeitgleich nachgaben.