Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September spitzt sich der Streit um die Wohnungspolitik zu. Im Mittelpunkt steht ein Bürgerentscheid aus dem Jahr 2021, bei dem rund 60 Prozent der Berliner für die Enteignung großer Wohnungskonzerne stimmten. Die Linke macht die Umsetzung zur Koalitionsbedingung – die CDU lehnt das klar ab.
Der Hintergrund: Berlins Mietmarkt steht unter extremem Druck. Die Angebotsmieten stiegen in den vergangenen zehn Jahren um fast 70 Prozent. Ein Viertel aller Mieter ist von Wohnarmut betroffen – das bedeutet, die monatliche Miete drückt ihr Einkommen unter die Armutsgrenze. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers warnt, Enteignungen würden keine einzige neue Wohnung schaffen, sondern Investoren abschrecken und den Wohnungsbau weiter bremsen. Auch die Handwerkskammer Berlin schlägt in dieselbe Kerbe und wirbt stattdessen für Neubau. In aktuellen Umfragen liegen CDU und Linke nahezu gleichauf – wer das Rennen macht, bleibt offen.
Berliner Mietstreit: Linke fordert Enteignung, CDU setzt auf Neubau
Warum das wichtig ist
Wer in Berlin zur Miete wohnt, zahlt heute im Schnitt fast 70 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren – welche Partei regiert, entscheidet darüber, ob sich daran etwas ändert.