SPD, Grüne und Linke in Berlin wollen private Wohnungskonzerne mit mehr als 10.000 Wohnungen in der Stadt gegen Entschädigung vergesellschaften – also in öffentliches Eigentum überführen. Das geht aus dem gemeinsamen Sondierungspapier hervor, das die drei Parteien nach Abschluss ihrer Vorgespräche vorstellten.

Konkret betroffen wären laut einer Analyse des Researchunternehmens Empirica vier Unternehmen: Vonovia mit knapp 140.000 Einheiten bundesweit, Heimstaden Germany mit 20.000 Einheiten, die Adler Group mit rund 17.300 Einheiten sowie der französische Konzern Covivo mit etwa 17.000 Berliner Wohnungen. Einen Grundbestand von 10.000 Wohnungen dürfen die Unternehmen behalten; nur darüber hinausgehende Einheiten wären betroffen. Insgesamt kämen so rund 160.000 Wohnungen in kommunalen Besitz. Die Entschädigungssumme soll auf 16 Milliarden Euro begrenzt werden. Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Vermieter bleiben ausgenommen.

Schnell kommt das Vorhaben nicht: Ein Gesetz soll erst Mitte 2028 vorliegen und ein Jahr später in Kraft treten – nach Überprüfung durch das Verfassungsgericht. Klagen gelten als sicher.