Der staatliche Fonds Kenfo – offiziell zuständig für die Finanzierung der Atommüll-Entsorgung – will künftig auch die geplante deutsche Kapitalrente verwalten. Als Argument nennt der Fonds seine Rendite: 6,2 Prozent erzielte er im vergangenen Jahr, seit seiner Gründung 2019 liegt die jährliche Rendite bei 6,1 Prozent. Derzeit verwaltet der Kenfo rund 28 Milliarden Euro und investiert in Aktien, Anleihen und Immobilien.
Der Hintergrund: Die Bundesregierung plant ab 2028 eine verpflichtende Kapitalrente nach schwedischem Vorbild. Beschäftigte zahlen dann zunächst 0,5 Prozent ihres Bruttogehalts ein, bis 2031 steigt der Beitrag schrittweise auf zwei Prozent – je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Für die Verwaltung dieser Milliarden sucht der Bund einen geeigneten Fonds. Kenfo-Chefin Anja Mikus hebt dabei die Expertise ihres Hauses hervor. Aus Frankfurt meldet sich ebenfalls ein Konkurrent.
Wer den Zuschlag erhält, entscheidet sich noch nicht sofort: Die Bundesregierung will alle Rentenreform-Empfehlungen bis Ende 2026 umsetzen.
Atomfonds Kenfo bewirbt sich um Verwaltung der neuen Kapitalrente
Warum das wichtig ist
Wer 20 Jahre in die neue Kapitalrente einzahlt, kann laut Berechnungen bis zu 329 Euro mehr Rente pro Monat erhalten – welcher Fonds das Geld verwaltet, beeinflusst maßgeblich die tatsächliche Rendite.