Die Bundesregierung hat ihre Rentenreform beschlossen, doch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Mehrere Maßnahmen arbeiten gegeneinander.

Einerseits soll die Regelaltersgrenze – das gesetzlich festgelegte Mindestalter für die volle Rente – für Jahrgänge ab 1965 schrittweise an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden, bis 2031 auf 67 Jahre.

Andererseits gehen seit dem Wegfall der Hinzuverdienstgrenze im Januar 2023 mehr Menschen früher in Rente und arbeiten sozialversicherungspflichtig weiter. Laut IW-Auswertung von Rentendaten der Jahre 2018 bis 2024 tut das inzwischen rund jeder Vierte der vorzeitigen Rentenempfänger.

IW-Arbeitsmarktökonomin Stefanie Seele kritisiert: „Die Regierung sendet gegensätzliche Signale an die Babyboomer." Auch die ab 2026 geltende Aktivrente – bei der bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn pro Monat steuerfrei bleiben, um Rentner zum Weiterarbeiten zu motivieren – sieht das IW als Fortsetzung dieser widersprüchlichen Logik.

Parallel plant die Bundesregierung, mehr Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, während eine Studie der Bergischen Universität Wuppertal zeigt: 66 Prozent der Babyboomer wollen spätestens mit 64 Jahren aufhören – hauptsächlich aus dem Wunsch nach Selbstbestimmung.

Eine gesetzlich vorgesehene Evaluation der Hinzuverdienstregeln soll erst 2027 erfolgen.