Private Altersvorsorge gilt als wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rente – doch für viele Beschäftigte ist sie schlicht nicht finanzierbar. Das betont Henriette Wunderlich, Rentenexpertin beim Sozialverband Deutschland (SoVD), in einem aktuellen Interview. Sie widerspricht damit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der zur privaten Vorsorge rät.
Das Problem liegt laut Wunderlich nicht im Willen, sondern im Geld. Wer wenig verdient, hat am Monatsende nichts übrig, um es anzulegen – egal, wie sinnvoll das wäre. Gleichzeitig steht das gesetzliche Rentensystem unter Druck: Eine alternde Gesellschaft und drohende steigende Arbeitslosigkeit könnten künftig höhere Beiträge bei sinkenden Leistungen bedeuten. Deshalb empfiehlt auch die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission, private und betriebliche Vorsorge stärker zu gewichten.
Wunderlich sieht die Ursache des Problems woanders: Vermögen sei in Deutschland stark ungleich verteilt, Reiche würden zu wenig an den Gesellschaftskosten beteiligt. Reformen bei Vermögens- oder Erbschaftsteuer kämen in der politischen Debatte kaum vor.
Private Altersvorsorge: Für Millionen Menschen kaum bezahlbar
Warum das wichtig ist
Wer mit 50 noch keine private Altersvorsorge aufgebaut hat, steht unter Zeitdruck – doch ob monatliche Sparraten realistisch sind, hängt stark vom eigenen Einkommen ab.