Bei einer koordinierten Razzia haben rund 800 Einsatzkräfte Wohn- und Geschäftsräume in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Belgien durchsucht. Im Visier: 50 Beschuldigte, die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge von mehr als 60 Millionen Euro hinterzogen haben sollen.

Das Kernprinzip des Systems war simpel. Illegales Bargeld floss über Scheinfirmen auf Auslandskonten – getarnt als legales Buchgeld. Für diese Vermittlung kassierten die Beteiligten eine Provision von drei Prozent. Gleichzeitig nutzten Unternehmen, darunter mehrere aus der Transport- und Logistikbranche, das Bargeld für Schwarzarbeit. Über Scheinrechnungen zogen sie außerdem unberechtigte Steuererstattungen – sogenannte Umsatzsteuer-Karusselle. Das Netzwerk soll seit 2017 aktiv sein; Ermittler verfolgten Zahlungsströme von insgesamt rund 150 Millionen Euro.

Bei den Durchsuchungen vollstreckten die Behörden vier Haftbefehle und sicherten Vermögenswerte von knapp 500.000 Euro, darunter Gold, Luxusuhren, Schmuck und Fahrzeuge. Zusätzlich beschlagnahmten sie eine Schusswaffe mit scharfer Munition. Bankguthaben sind in der Summe noch nicht enthalten.