Süddeutschland erwartet die schlechteste Zuckerrüben-Ernte seit der Wiedervereinigung. Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer rechnet mit rund einem Drittel weniger Zuckerproduktion als im Vorjahr. Verantwortlich dafür sind Trockenheit, Hitze und Pflanzenkrankheiten.
Der Hochsommer ist für Zuckerrüben eigentlich die entscheidende Wachstumsphase – doch wegen anhaltender Trockenheit haben viele Pflanzen ihr Wachstum schlicht eingestellt. Gleichzeitig breiten sich Krankheiten wie SBR und Stolbur aus: Trockenstress schwächt die Abwehrkräfte der Pflanzen, die Rüben werden gummiartig und liefern deutlich weniger extrahierbaren Zucker. Selbst Standorte mit normalerweise guter Wasserversorgung zeigen laut Verband deutliche Stresssymptome.
Die Lage in Europa verschärft das Problem zusätzlich. Frankreich, der größte Rübenanbauer des Kontinents, leidet ebenfalls unter extremer Hitze und Trockenheit. Verbands-Geschäftsführer Paul-Martin Pfeuffer erwartet deshalb eine Reaktion auf den Märkten. Der Verband vertritt knapp 10.000 Anbauer, die auf rund 100.000 Hektar Zuckerrüben anbauen.
Zuckerrüben-Ernte in Süddeutschland droht auf Rekordtief zu fallen
Warum das wichtig ist
Wer Zucker kauft, muss sich auf steigende Preise einstellen – der Verband rechnet ausdrücklich mit Auswirkungen auf die Verbraucherpreise.