Die Mehrwertsteuersenkung für Restaurantspeisen auf sieben Prozent ist seit Januar in Kraft – doch bei den Gästen kommt sie kaum an. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens wmp consult im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die mehr als 180.000 Gerichte in über 12.000 Restaurants bundesweit auswertete.
Das Ergebnis ist eindeutig: Bei 91 Prozent der untersuchten Gerichte blieben die Preise unverändert. Nur rund ein Prozent wurde günstiger. Gleichzeitig stiegen bei etwa acht Prozent der Gerichte die Preise – besonders häufig bei Bowls (14 Prozent), Schnitzel (11 Prozent) und Steaks (10 Prozent). Im Schnitt verteuerten sich diese Gerichte um 0,5 Prozent. NGG-Chef Guido Zeitler kritisiert: Zwischen dem politischen Ziel, auch Gäste zu entlasten, und der Realität klaffe eine deutliche Lücke.
Die Bundesregierung hatte die Steuersenkung zum 1. Januar dauerhaft beschlossen, um Gastronomiebetriebe wirtschaftlich zu stärken. Eine Pflicht, die Ersparnis an Kunden weiterzugeben, enthielt das Gesetz nicht.
Gastro-Steuergeschenk verpufft: Nur 1 % der Gerichte wurde billiger
Warum das wichtig ist
Wer seit Januar im Restaurant isst, zahlt trotz Steuersenkung im Schnitt genauso viel wie vorher – oder sogar mehr.