36 Jahre nach der Wiedervereinigung klafft beim Erben und Verschenken eine tiefe Lücke zwischen Ost und West. Im Jahr 2025 entfielen 142,5 Milliarden Euro – also 95 Prozent des Gesamtwerts steuerlich berücksichtigter Vermögensübertragungen – auf die westlichen Bundesländer. Die östlichen Länder und Berlin kamen zusammen auf 8,0 Milliarden Euro.

Besonders deutlich wird die Ungleichheit im Pro-Kopf-Vergleich: Im Westen wurden gut 2.100 Euro je Person übertragen, im Osten knapp 500 Euro – obwohl dort knapp ein Fünftel der Bevölkerung lebt. Das Verhältnis beträgt damit mehr als vier zu eins; der gesamtdeutsche Schnitt lag bei gut 1.800 Euro. Entsprechend fiel auch die Erbschaft- und Schenkungsteuer – eine Ländersteuer, die den Bundesländern direkt zufließt – aus: Von insgesamt 21,4 Milliarden Euro festgesetzter Steuer entfielen 20,4 Milliarden auf den Westen und 1,0 Milliarden auf den Osten. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass die Statistik nur steuerpflichtige Fälle erfasst; Übertragungen innerhalb der persönlichen Freibeträge bleiben unberücksichtigt.