46 führende Wirtschafts- und Finanzwissenschaftler verlangen von der Bundesregierung, das Rentenpaket vollständig umzusetzen. In einem gemeinsamen Appell mit dem Titel „Rentenreform: Nur das ganze Paket entfaltet die notwendige Wirkung!" warnen sie davor, einzelne Elemente herauszunehmen – das würde das gesamte Konzept zum Einsturz bringen.

Die Rentenkommission hatte 33 Empfehlungen erarbeitet, die laut den Unterzeichnern nur als Gesamtpaket wirken. Konkret geht es um einen späteren Renteneintritt, einen stärkeren Nachhaltigkeitsfaktor – also eine stärkere Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung bei der Rentenanpassung –, die Einbeziehung weiterer Berufsgruppen sowie eine gesetzliche Kapitalrente. Zu den Unterzeichnern gehören Wirtschaftsweise wie Monika Schnitzer, Gabriel Felbermayr und Martin Werding sowie Institutschefs wie Clemens Fuest und Moritz Schularick.

Besonders scharf kritisieren die Ökonomen die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren, bekannt als „Rente mit 63". Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen: Davon profitieren überdurchschnittlich häufig Besserverdienende, Gesündere und Männer – nicht jene, die körperlich verschlissen sind.